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"Rückkehr in die Fremde? Remigranten und Rundfunk in Deutschland
1945-1955"
Wanderausstellung

Rückkehr in die Fremde?Die Jahresausstellung des Arbeitskreises selbständiger Kulturinstitute e.V. (AsKI) "Rückkehr in die Fremde? Remigranten und Rundfunk in Deutschland 1945 - 1955" ist zur Zeit durch die Bundesrepublik unterwegs. Die Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des Präsidenten des Deutschen Bundestages, Wolfgang Thierse, steht, wurde federführend von der Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv Frankfurt am Main - Potsdam-Babelsberg in Kooperation mit der Stiftung Archiv der Akademie der Künste Berlin und mit Unterstützung weiterer Kulturinstitute der Bundesrepublik Deutschland erarbeitet.

Multimedial konzipiert, werden in der Ausstellung in 13 Kapiteln Tondokumente der Zeit vorgestellt, die von einführenden Texten, biographisch orientierten Beschreibungen, Zitaten, Fotos und Faksimiles begleitet werden. Dem Thema angemessen bildet ein zeitgenössisches Radiogerät den entsprechenden Blickfang, wobei zu den einzelnen Kapiteln Auszüge aus Gesprächen, Reden, Hörspielen sowie Lesungen als Toncollage eingespielt werden. Außerdem gibt es die Möglichkeit, 30 längere Tonpassagen anzuhören.

Den Auftakt bilden zwei Kapitel, in denen die Situation des Rundfunkmediums am Ende der Weimarer Republik und Beginn der nationalsozialistischen Zeit sowie die Mitwirkung der Emigranten beim Rundfunk ihrer Gastländer einerseits und der Ausbau des Rundfunks im Dritten Reich zu einem Instrument zur Lenkung der Bevölkerung andererseits geschildert werden. Viele Emigranten waren tätig als Übersetzer, Autoren, Sprecher und Regisseure, durften die Sendungen aber nicht zur Durchsetzung eigener politischer Ziele nutzen. Nach dem Krieg lehnten viele Deutsche die Rückkehr der Exilanten ab, nur vereinzelt ergingen Aufrufe dazu. Einige kehrten in Uniformen der Alliierten zurück, halfen beim Wiederaufbau des Rundfunks und beteiligten sich an der Auseinandersetzung mit der Vergangenheit. So spiegelt der Rundfunk u.a. die kontroversen Debatten um den Nürnberger Kriegsverbrecherprozess, während des Ersten Deutschen Schriftstellerkongresses oder um die "äußere und innere Emigration", exemplarisch dargestellt an der Person Thomas Manns, der sich während des Krieges aus den USA regelmäßig über die BBC an die "Deutschen Hörer" gewandt hatte.

Die Ausstellung kann natürlich kein abschließendes Bild des Verhältnisses von Remigranten und Rundfunk von 1945 bis 1955 und der Thematisierung von Emigration und Remigration in den Rundfunkprogrammen vermitteln. Sie will aber Anstöße geben, sich intensiver als bisher mit dem Beitrag von Remigranten am gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Aufbau der beiden deutschen Staaten zu befassen.

 
Begleitband und CD
 

CD zur AusstellungZur Ausstellung ist im VISTAS-Verlag Berlin (ISBN: 3-89158-269-2) ein 192seitiger Begleitband erschienen, der über das in der Ausstellung Gezeigte hinaus weitere Texte und insgesamt 289 Abbildungen enthält. Eingeleitet wird der von Hans-Ulrich Wagner erarbeitete Band durch ein Essay von Peter Steinbach (Freie Universität Berlin). Außerdem ist eine CD mit 17 Tondokumenten zur Emigration und Remigration erschienen.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an:

  • AsKI-Geschäftsstelle, Prinz-Albert-Str. 34, 53113 Bonn,
    Tel.: (0228) 224860, Fax: (0228) 219232, E-Mail: info@aski.org

  • Stiftung Deutsches Rundfunkarchiv Frankfurt am Main - Potsdam-Babelsberg, Bertramstraße 8, 60320 Frankfurt am Main,
    Tel.: (069) 156870, Fax: (069) 15687100, E-Mail: dra@hr-online.de

  • Stiftung Archiv der Akademie der Künste, Hanseatenweg 100, 10557 Berlin-Tiergarten,
    Tel.: (030) 390 76160, Fax: (030) 39076198, E-Mail: stiftung@adk.de.


02. September - 03. Oktober 2003
Forum Wissenschaft + Kunst
im Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst
Rheinstraße 23-25, Wiesbaden


31. Januar - 30. April 2003
Kornspeicher der Herzog August Bibliothek, Wolfenbüttel
Di-So 10.00-17.00 Uhr


 

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